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Emmy - mein altes Podenco-Mädchen


Emmy 
Die Geschichte einer alten Podencohündin


 


Emmy kommt ursprünglich aus Spanien. Genauer gesagt von Mallorca. Sie ist ein echter Podenco Ibicenco, ein recht großer sogar. Und Emmy ist alt. Sehr alt – so scheint es jedenfalls. Vielleicht hat ihr auch das Leben nur so viel abverlangt, dass sie steinalt und ausgemergelt wirkt.

Wer kann schon wirklich sagen, wie alt Emmy ist? Ihr bisheriges Leben liegt in Dunkelheit begraben. Wo Emmy herkommt, interessiert sich niemand dafür. Dort gelten andere Maßstäbe als das Alter eines Hundes. Als Emmy für ihren Herrn nicht mehr tragbar und lohnend war, hat er sie einfach entsorgt! Es gab keinen Sinn mehr, Emmy weiter durchzufüttern. Für ihn nutzlos geworden wurde sie in einer Tötungsstation abgegeben!

 

Keiner kann sagen was Emmy´s Augen gesehen, was ihr Körper ertragen und ihre Seele verletzt oder berührt hat.

Wenn ich in ihre Augen sehe, dann meine ich, ihr bisheriges Leben darin lesen zu können. Emmy´s Augen sind müde und trüb und ein wenig traurig. Doch wenn sie aufgeregt vor mir hin und her tippelt weil sie Aufmerksamkeit möchte und sich freut und die Ohren spitzt, dann sieht sie richtig hübsch aus und spitzbübisch und albern. Und jung.

 

Emmy hat eine alte Seele in der sich die ganze Weisheit ihres langen Lebens widerspiegelt.

Und sie wirkt sehr abgeklärt mit den immer weißer werdenden Schläfen.

Bald schon wird von der rotbraunen Zeichnung in ihrem Gesichtchen nicht mehr viel zu sehen sein.

  

Wenn man seinen Blick über Emmy´s Körper wandern lässt erkennt man, dass das Leben es nicht gut mit ihr gemeint hat. Die Zehen an den Vorderpfoten sind teilweise schwer deformiert und durchgetreten. Sicher ist der eine oder andere Zehen irgendwann einmal gebrochen gewesen und nicht versorgt worden. Ihre Hinterläufe sind schwach und sie hat kaum Muskulatur in den Oberschenkeln. Und irgendwie wirkt sie zu lang geraten. Ihr Körper ist übersät mit unzähligen kleinen Narben und ihr Gesäuge erzählt von vielen kleinen Welpen, die sie liebevoll genährt und versorgt hat.

Ja, das ist Emmy – mein altes Mädchen.

 

Wahrscheinlich war auch sie einmal eine geschickte, flinke und wendige Jägerin. Damals, als sie noch jung war und ihr Herr sie voller Stolz mit auf die Jagd genommen hat.

Vielleicht rühren die verformten Vorderpfoten daher, dass sie über unwegsames Gelände gelaufen ist, hohe Mauern erklommen hat und mit gewaltigen Sprüngen das Gelände durchkämmt hat: So schnell wie der Wind, immer das fliehende Kaninchen im Auge, keine Zeit um einen Gedanken daran zu verschwenden, dass sie sich verletzen könnte, wenn sie so geschwind über die Felsen und Dornenbüsche springt und fliegt. Grazil, mit einer gewaltigen Sprungkraft und einer atemberaubenden Eleganz, wie nur ein Podenco sie aufzubringen vermag.

 

Und dann? Was geschah mit Emmy als sie nicht mehr so schnell und flink war weil das Leben sie gezeichnet hatte und ihre Jugend langsam schwand?

Vielleicht war sie ja eine wirklich gute Jägerin, die ihren Herrn einst mit großem Stolz erfüllt hat. Hat er sie womöglich deshalb zur Zucht eingesetzt weil sie gute Gene hat(te)? Hat er mit ihren Welpen seine Meute verjüngt? Oder die Welpen an andere Jäger verkauft? Vielleicht hat Emmy auch niemals gejagt und wurde nur für die Zucht verwendet? Fragen, auf die wir niemals eine Antwort bekommen werden. Fest steht, dass Emmy vielen Babies das Leben geschenkt hat. Ihr Gesäuge ist ausgeleiert und schlaff und ihr Geschlechtsteilchen vom vielen Welpen gebären gezeichnet.

Als sie wohl auch dafür nicht mehr zu gebrauchen und gut genug war musste sie weg! Wobei ich eingestehen muss, dass Emmy eine erstaunlich lange Zeit bei ihrem Herrn verbracht hat bevor er sie abgeschoben hat. Sie scheint also wirklich etwas ganz Besonderes für ihn gewesen zu sein.

 

 

Ich schaue Emmy an. Ihre Rute wedelt sanft und schüchtern hin und her während mir ihre müden Augen einen anhimmelnden Blick schenken und nach Liebe, einer zarten Berührung und ein wenig Zuwendung flehen.

Sie ist so eine unendlich dankbare und genügsame Hündin.

Ein kuscheliges und warmes Liegeplätzchen, einen lecker gefüllten Napf, eine liebevoll streichelnde Hand und gemütliche Spaziergänge die genügend Zeit zum Schnüffeln bieten. Im Winter einen warmen Mantel, der die alten Knochen des dünnen Tierchens vor Kälte und Nässe schützt. Mehr verlangt sie nicht von mir.

Das ist ihre kleine Welt in der sie glücklich und zufrieden ist.

 

Emmy ist langsam und ein wenig unbeholfen in ihren Bewegungsabläufen. Auch das rührt sicher von den kaputten Vorderpfoten her.

Wenn sie läuft, dann schmeißt sie die Füße wie ein Traber. Und wenn sie rennt muss ich befürchten, dass sie stürzt und sich weh tut. Das Gefühl in den vorderen Läufen scheint nicht mehr richtig da zu sein.

Emmy darf frei laufen. Es ist ihr Privileg! Sie liebt es! Wenn ich sie anleine ist sie unglücklich und kriecht traurig mit gesenktem Kopf hinter mir her. Als wäre sie enttäuscht, weil ich ihr nicht traue. Seit ich sie beim spazieren gehen ableine hat sie wenigstens ein bisschen Lebensfreude zurück gewonnen.

Ohne Leine läuft sie gemächlich, oft mit größer werdendem Abstand, hinter uns her, riecht hier an einem Grashalm, inhaliert dort einen fremden Geruch, muss dieses Blättchen mit ihrer Duftnote markieren und jenes Ästchen beschnuppern und benötigt für dies alles viel Zeit und Muße.

Aber sie läuft niemals weg sondern ist darauf bedacht, nicht den Anschluss an uns zu verlieren, was ihr hin und wieder ganz offensichtlich Mühe bereitet.

Selbst wenn die anderen lautes Jagdgebell anstimmen und aufgeregt in eine Richtung starren und ziehen macht es nichts, wenn Emmy ohne Leine unterwegs ist. Sie bekommt sowieso in den seltensten Fällen mit, wenn die anderen Wild sichten weil sie ja ständig hinter uns her trödelt. Trotzdem wird sie sich in diesen Momenten wieder ihrer edlen Herkunft und Berufung bewusst. Sie starrt mit hoch aufgerichteten Ohren in die Weite und ein tiefes, kehliges Bellen, das man hinter dem langen dünnen Hund überhaupt nicht vermuten würde, schallt laut durch den Wald.

 

Dabei schaut sie mich immer wieder mit nach Lob heischenden Blicken an und wartet darauf, dass ich ihr sage, welch tolle Jägerin sie ist und wie stolz ich auf sie bin.

 

Es war nicht immer so, dass Emmy so gemächlich unterwegs ist. Noch im Januar 2007 war sie viel agiler,  sprungfreudiger und auch jagdtriebiger. Aber 2 Jahre sind eine lange Zeit für einen alten Hund mit einer entbehrungsreichen Vergangenheit. Emmy hat sich ganz langsam verändert. Fast unmerklich schleichend ist mein Mädchen an meiner Seite alt geworden. Eine weise und zufrieden neben und hinter mir herschlappende, glückliche Podenco-Oma die mir all die Liebe und Zuneigung gibt, die ihr kleines Leben zu verschenken hat.

Die sich dankbar und selig grunzend neben mich aufs Sofa legt und mir den Bauch hinstreckt, damit ich ihn kraulen soll. Die auf Schritt und Tritt hinter mir herwackelt und schon aufspringt, wenn ich nur ansatzweise eine Bewegung mache, die andeutet, dass ich gleich den Raum verlassen werde.

 

Eigentlich wäre sie ja gar nicht mehr da, die Emmy.

Eigentlich wäre sie schon eine lange Zeit im Land hinter der Regenbogenbrücke, wenn es nach ihrem ehemaligen Herrn gegangen wäre.

Aber Emmy lebt! Und sie ist dankbar dafür! Es scheint, als lebe sie jeden Tag in dem Bewusstsein, dass er ein Geschenk ist und dass vielleicht schon morgen ihr Weg an meiner Seite zu Ende sein könnte.

 

 

Emmy hatte Glück - naja, irgendwie schon.

 

Sie wurde von einer Frau, die sich Tierschützerin nannte, aus der Tötung geholt und mit nach Hause genommen.

Was jedoch auf die Tötungsstation folgte war nicht wirklich das, was man als eine Rettung bezeichnen könnte.

Emmy kam an eine kurze Kette weil sie angeblich die Hühner des Nachbarn jagte.

 

Wahrscheinlich hat sie das getan. Ihr Magen war leer und der Hunger groß.

Wieder lag Emmy auf harten Steinfliesen. Sie hatte noch nicht einmal  weiche Decke, die ihren ausgezehrten, knochigen Körper ein wenig schonte und die Kette ließ nicht zu, dass sie sich genügend bewegen und drehen konnte.

Ein langes Jahr verbrachte Emmy auf der Terrasse geduldig ruhig wartend und niemals ihr liebes Wesen verlierend.


Emmy auf ihrer Terrasse in Spanien (wenn man genau hinsieht kann man hinter Emmy´s Rücken die Kette erkennen die senkrecht nach oben verläuft)

 

Als sie von einer anderen Tierschützerin entdeckt und nach Deutschland geholt wurde war ihr Körper übersät mit handtellergroßen offenen Liegeschwielen und Wunden. Sie war abgemagert bis auf die Knochen und hoch scheinträchtig, verstört, krank und fast zu schwach um sich auf den Beinen halten zu können – so kam Emmy in ihrer Pflegestelle an wo sie erst einmal liebevoll aufgepäppelt wurde.

 

Und eines Tages entdeckte ich Emmy´s Bild im Internet.

Ihr sanfter und liebevoller Blick wanderte durch meine Augen direkt in mein Herz und berührte es tief und warm.

 Immer wieder ging ich auf die Seite des Tierschutzvereins um mir Emmy´s Bilder anzusehen und je mehr ich über sie las und sah um so sicherer wurde ich mir, dass Emmy MEIN Podenco werden und fortan zu unserer Familie gehören sollte.

 
Emmy im Internet

Und so fuhren wir im Januar 2007 los um unsere Emmy kennen zu lernen. In der Nacht davor träumte ich, dass sie mir liebevoll die Hand schleckte, als ich vor ihr kniete. Und als ich dann an diesem 14. Januar wirklich vor ihr kniete um sie zu streicheln, da schleckte sie mir doch tatsächlich liebevoll die Hand und blickte mich dankbar aus ihren dunklen Augen an.

In diesem Moment liefen mir die Tränen über die Wangen und ich fühlte eine tiefe Liebe zu diesem Mädchen aufkeimen.

Emmy und ich – wir gehörten zusammen. Es war, als hätten wir uns nach einer Ewigkeit gefunden. Emmy liebt mich abgöttisch – sie würde alles für mich tun, mir jeden Wunsch von den Augen ablesen, wenn sie könnte. Aber das braucht sie gar nicht. Es ist viel genug, dass sie bei uns ist um noch ein paar schöne Jahre gemeinsam mit uns zu verbringen.

 

Wer Angst davor hat, einen älteren Hund zu adoptieren, der sollte diese ganz schnell in einer Schublade verschwinden lassen und sie auf immer und ewig versiegeln. Es gibt keine Gründe, Angst davor zu haben. Jeder Tag, jeder Blick – einfach alles - was diese Hunde uns schenken, ist umgeben von einer tiefen innigen und grenzenlosen Liebe und Dankbarkeit!

Auch wenn sie nicht so lange an unserer Seite bleiben wie ein junger Hund und uns nur wenige gemeinsame Jahre verbleiben mögen. So sind diese Jahre doch angefüllt mit der dankbaren Zufriedenheit, einem Hund auf seine alten Tage noch die Liebe, Zuneigung und Wärme geschenkt zu haben, nach der er sein ganzes kleines Leben sehnsuchtsvoll gehungert hat. Und wenn der Tag gekommen ist, an dem er uns für immer verlässt, darf er friedlich in den Armen seiner geliebten Menschen einschlafen. Er tritt seine einsame Reise an in der beruhigenden Gewissheit dass er nicht umsonst auf dieser Welt gelebt hat und für immer in den Herzen und Gedanken derer sein wird, denen er die ganze Liebe seines kleinen Lebens zu Füssen gelegt hat.                

 

 

                                                        © Text und Bilder Anja Herok


Ein Sternchen mehr leuchtet nun am Himmel

 
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