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Marquess Tagebuch: 21.Sept. - 19.Okt. 07
21.Sept. 2007 - Ankunft in Deutschland:

Hallihallo,

wir sind heute früh um 6:30Uhr losfahren, um unseren neuen Pflegi, Cala Boix, abzuholen. Der Treffpunkt war nicht weit entfernt vom zu Hause einer unserer Ex-Pflegis und so hatten wir noch einen Besuch bei Shakira und ihrer Familie gemacht. Shakira ist unser ehemaliger Pflegehund von Galgos in Not. Wir haben sie vor genau einem Jahr an Conny und Peter vermittelt. Die drei und ihre Pflegehündin "Ali" (ebenfalls von Galgos in Not) sind zu einer ganz tollen, süßen Familie zusammen gewachsen. Es gibt nichts Schöneres, als zu wissen, dass man seinen Pflegi in eine liebe Familie vermitteln konnte und dass ihrerseits die Familie überglücklich mit ihrem neuen Familienmitglied ist.

Nun möchte ich euch aber ein wenig über die ersten Stunden mit Cala Boix (wir haben uns entschlossen, ihn in Marquess umzutaufen. Wenn also in den folgenden Erzählungen der Name "Marquess" fällt, so ist "Cala Boix" damit gemeint) erzählen. 
Wir sind um kurz nach 9Uhr morgens am vereinbarten Treffpunkt angekommen. Der Transport aus Spanien war schon da, aber zum Glück war auch unsere liebe Maya dort und hat für uns Marquess (Cala Boix) in Empfang genommen.
Da war er nun unser neuer Pflegi. Ich muß ehrlich zugeben, ich war überrascht! Er war viel größer, als in meiner Vorstellung und: er sah ganz anders aus als auf den Bildern! Keines davon wurde dem hübschen Podenco gerecht, der hier fröhlich und völlig unbefangen durch das abgezäunte Gelände lief. Seine Rute ringelte er in Podimanier und er schien auch ansonsten ganz entspannt zu sein. Zu den anderen Hunden war er freundlich und er verstand, sich sehr deutlich in der Hundesprache auszudrücken... ich war tief berührt, als ich ihm zusah, wie er seine kleine Welt erkundete. Als hätte er sofort begriffen: "Das ist mein Neues Leben"!
Wir gingen zu ihm in den Auslauf und er kam neugierig auf uns zu. Allerdings war er uns Menschen gegenüber nicht so unbefangen. Eher vorsichtig, ein wenig scheu und zurückhaltend war seine Körperhaltung und wir ließen ihm Zeit, von selbst zu uns zu kommen.


vorsichtige Annäherung

Ging einer von uns zum Tor, lief er hinterher. So richtig anfassen und kraulen lassen, das wollte er sich dann aber doch noch nicht trauen. 
Aber das würde sich schnell ändern, da war ich mir ganz sicher. Ich hatte einen viel ängstlicheren und verstörteren Hund erwartet und war sehr zuversichtlich, dass sich diese anfängliche Scheu sehr schnell legen würde.
Wir legten Marquess (Cala Boix) nach einer Weile dann das Geschirr um, das wir mitgebracht hatten und unser eigenes Halsband, sicherten die Leine doppelt und gingen mit unserem "Männlein ein kleines Stück spazieren. Emmy, unsere Podenca, die auch mitgefahren war um Marquess (Cala Boix) zu begrüßen, gab ihm ein wenig Sicherheit. Genauso hatten wir uns das auch vorgestellt....
Alles war neu für unser Männlein. Am Geschirr wollte er nicht laufen also machte Andy die Leine nur am Halsband fest. "Besser"! So kamen wir wenigstens langsam voran.Die Schreckschussanlage, die dort in den Weinbergen ständig abgefeuert wurde, schien ihn überhaupt nicht zu beeindrucken. Wir schlenderten ein Stückchen durch die Weinberge und machten uns dann langsam wieder auf den Weg zum Auto. 
Wir waren wiederum überrascht, wie selbstverständlich Marquess (Cala Boix) sich ins Auto legte und während der gesamten Fahrt entspannt döste. 
Auch bei Conny und Peter staunende Blicke.... Mit den beiden "Galgo-Mädchen" verstand er sich auf Anhieb. Er suchte sich nach einer Weile eine kuschlige Decke (aha, diesen Vorzug hatte er also schon für sich entdeckt  und legte sich hin um sich von der langen, anstrengenden Fahrt, die er hinter sich gebracht, und die ihn in sein neues Leben geführt hatte, zu erholen.
Wir gingen noch ein Stück mit allen spazieren bevor wir die 2 1/2 stündige Heimfahrt antraten. Diese verbrachte er schlafend im Auto während unsere Emmy mal wieder versuchte, ihren eigenen Rekord im "Marathon-Sitzen" zu brechen.
Zu Hause angekommen ließen wir erstmal Emmy und Marquess (Cala Boix) in den Garten damit er sich alles ansehen konnte. Dann kamen unsere anderen Mädels, Jule und Noelle (Galgo) und Molly (Mischling) aus dem Haus geschossen. Marquess (Cala Boix) war so über deren Gebell erschrocken, dass er zunächst die Flucht antrat. Nach kurzem Beschnuppern war aber die Welt wieder im Lot. Alle zusammen schnuffelten durch den Garten und Marquess (Cala Boix) markierte erstmal sein neues Revier (...was die Mädels natürlich so nicht hinnehmen konnten und seine Düfte wieder überschrieben).
Die Zusammenführung meiner weiblichen Meute mit dem fremden Rüden klappte erstaunlich gut - ich war sehr positiv überrascht, wie wenig Streß sie mit dem Neuen hatten.
Nun ging es an die Erkundung des Hauses. Wie würde er reagieren? Noch niemals zuvor hatte er ein Haus von innen gesehen... diesen Moment finde ich immer sehr spannend.
Marquess (Cala Boix) ging vorsichtig und langsam durch alle Räume, schnupperte alles an und kam wieder zurück. Er war sehr behutsam und er markierte nichts! Ich hatte da schon anderes gehört und war erstaunt darüber.
Da wir alle von dem langen Tag erschöpft waren, wurde es abends nicht zu spät, bis wir alle ins Bett gingen. Marquess (Cala Boix) hatte sich zu Emmy ins Kuddebettchen gelegt und schlief entspannt. Im Garten hatte er vorher nochmal sein Pipi gemacht und nun konnte die erste Nacht im neuen zu Hause beginnen....


  
Marquess und Emmy am 1. Abend im Kudde
   

 
22.Sept07:
Unser Muppelchen hat heute nacht seelig durchgeschlafen - bis heut morgen um halb sieben....
Dann fing er an rumzutapsen - taps-taps-taps über den Laminat. Also bin ich, mit zur Schleife gebunden Augen, schnell in die Klamotten gehopst und hab den Süßen in den Garten geschickt. Jule war auch dabei, die anderen dachten noch nicht mal dran auch nur einen Augendeckel zu bewegen (mir gings auch nicht viel anders....).
Draussen hat er brav sein Pipi und ein Häuflein gemacht. So ein braaaaaaver Junge! (allerdings war dann später doch noch ein kleines Häuflein und ein Pfützchen im Wohnzimmer - was solls, das sind die üblichen Startschwierigkeiten!). Wir sind dann alle schnell wieder rein und ich wieder ab ins Bett aber das Taps-taps-taps hat nicht aufgehört. Dazwischen ein kurzes "Klopp" das mich erschreckt wieder rausgecheucht hat. Es war meine kleine Elfe, die mit den anderen zusammen bei der Stereoanlage steht und die sich mit gebrochenem Flügel beim Schaukelpferdchen auf dem Boden liegend wiedergefunden hat. In der Wohnzimmertür stehend, schaut mich ein langohriges, stirnrunzelndes Männlein fragend an und wackelt zurück ins Kudde. Tja, und das wars dann mit schlafen. Kaum war ich im Bett: taps-taps - bin ich raus: ab zurück ins Kudde! Was war das denn für ein Spielchen?
    
Unser erster Tag war für uns alle ein großes Kennenlernen, Annähern und "beschnuppern". Marquess (Cala Boix) ist ein sehr sehr vorsichtiges Männlein. Wenn er durch den Garten trabt, dann ist seine Rute vor Stolz nach oben geringelt, Ohren und Kopf sind gestreckt. Er liebt unsere Mädels und wackelt ständig hinter ihnen her. Doch sobald sich ihm ein Mensch nähert wird er ganz klein und unsicher. Sein Schwänzlein wandert zwischen seine Beine, sein Köpfchen geht nach unten und man muß ruhig und langsam sein in seinen Bewegungen. Jede schnelle Bewegung erschreckt ihn. Er hat mit Sicherheit Schläge bekommen! Andy hatte heut z.B. beim gassi gehen nur mal den Arm mit der verkreuzten Flex über den Kopf gehalten damit sie sich wieder entwirrt und unser Männlein Marquess ist bei dieser Bewegung sofort total verschreckt in die Knie gegangen.
Gassi gehen genießt er ganz, ganz arg. Er läuft toll an der Leine und ist dabei ganz entspannt, neugierig, "wach" und voller Freude. Er kommt auch schonmal freiwillig wieder zu uns zurück wenn er vorausgeht und holt sich ganz vorsichtig einen kleinen Streichler ab.


was war denn da?



Schaut mal, wie sehr ich es schon genießen kann wenn man mich streichelt!


Heut morgen kam Emmy wie immer zur Schlafzimmertür um mich zu begrüßen. Unser Männlein Marquess stand mit gerunzelter Stirn in der Wohnzimmertür und schaute ungläubig zu. Diesen Blick, den er zwischen Emmy und mir hat hin und her wandern lassen werde ich wohl nie mehr vergessen. Es war eine Mischung aus Verwunderung, Freude und Ehrfurcht.... Er konnte Emmy´s Freude über meinen Anblick überhaupt nicht verstehen. Warum sie ihren Kopf in meine Hände drückt, dabei seelig grunzt und ihn hin und her schrubbelt. Ich hatte das Gefühl, dass er den Wunsch hatte, dieses Glücksgefühl auch zu empfinden. Marquess kam vorsichtig näher, sah Emmy an, wedelte vorsichtig, kam wieder ein wenig näher und ich durfte sein Köpfchen reiben und seine Ohren schrubbeln. Es ist ein Wechselbad der Gefühle die unser Männlein gerade durchmacht. Er kennt "Streicheln" nicht aber er möchte es erfahren. Er fürchtet sich einerseits kommt aber andererseits von hinten uns stubst uns an damit wir ihn kraulen. Und wenn man aufhört, dann rückt das Köpfchen nach - so süß ist das!
Er empfindet einerseits Furcht - und sucht andererseits Liebe und Geborgenheit bei uns....
In seinem kleinen Köpfchen muss es zugehen wie bei einer Achterbahnfahrt.

 
Erster Tag im Garten mit Jule: ungläubige Blicke.....
   


Uii, was gibt´s denn da Feines?

Marquess ist vorsichtig und weise, stolz und selbstbewußt und ein ganz toller sozialer Partner für unsere Mädels. Sein Leben hat ihn geprägt und ihm seine ganz besondere Ausstrahlung verliehen in die ich mich so sehr verliebt habe.... Er weiß leider noch nicht, wie er uns Menschen einschätzen soll.
Die Wunden auf seiner Haut werden bald nicht mehr zu sehen sein - doch die Narben, die sein bisheriges Leben tief in seine Seele gegraben hat werden ihre Zeit brauchen um von innen heraus langsam auszuheilen.....
Aber ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg. Heute war sein 1. Tag bei uns und wir haben viele kleine Lichtblitze gesehen, die uns Hoffnung geben, dass er eines Tages verstehen wird, dass er nun jenseits der Angst und Hoffnungslosigkeit lebt und dass solche Bilder:


Marquess in Spanien 
...endgültig der Vergangenheit angehören! 

Marquess hat eine unglaubliche Mimik und seine Ausstrahlung ist zauberhaft! Seine "ausgefransten" Öhrchen sind einfach herzallerliebst und können seiner Schönheit, die ganz tief aus seinem Inneren kommt nichts anhaben!
Marquess ist ein toller, kleiner Märchenprinz der darauf wartet, wachgeküsst zu werden. Wir wollen ihm einen sanften Kuss auf seine Wange geben und hoffen, dass er durch diesen "Hauch" seinen Weg ins Leben und zu uns Menschen zurück findet.

Bis morgen dann und gute Nacht!

23.Sept07: 
Unser 2. Morgen mit unserem kleinen Mann ist schon vorüber.
Die Nacht war ruhig und er hat bis um halb acht morgens durchgeschlafen. Wir sind dann raus in den Garten zum Pipi machen. Marquess war lange nicht mehr so vorsichtig wie gestern noch. Zwar stand mein Männlein wieder mit gerunzelter Stirn vor mir aber die Furcht ist deutlich kleiner geworden.

Ich hatte heute Morgen ein wundervolles Erlebnis mit meinem kleinen Männlein. Er stand im Flur vor der Schlafzimmertür und ich durfte sein Köpfchen und seine Öhrlein schrubbeln (nachdem er wieder neidvolle, stirnrunzelnde Blicke auf unsere genußvoll grunzende Emmy geworfen hat). Hab ich aufgehört, ist er mit seinem Köpfle nachgerückt und hat gestupst bis ich weitergemacht habe. Und dann.... völlig unerwartet, hat er angefangen, mir über die Hand zu lecken. Ganz bedächtig, ganz sanft, mit geschlossenen Augen.....
Mir sind die Tränen über die Wangen gelaufen vor lauter Rührung.
Es ist erst unser 2. Morgen und Marquess fängt an sich zu entspannen, zu verstehen und zu genießen! Er wedelt vorsichtig und zaghaft mit seiner Rute und genießt es zu kuscheln wenn ich bei ihm auf dem Boden sitze.
Unser Männlein liebt seinen "Harem", begrüßt ihn morgens schwanzwedelnd und stubst und beschnuppert seine Mädels zärtlich.Es ist so harmonisch. Sie gehen alle sehr liebevoll miteinander um und es kommt mir vor als hätten sie mit einem Rüden viel weniger "Streß" als mit einem "neuen" Mädchen.
Marquess beherrscht die Hundesprache aus dem FF! Ich habe sie bei noch keinem Hund so auffallend deutlich wahrgenommen wie bei ihm. Wie sonst hätte er auch sonst in seinem bisherigen Leben bestehen können. 

 
ich freue mich auf diese bezaubernde Welt! und mein neu gewonnenes Leben!


Ich bin auf den heutigen Tag sehr gespannt. Was wird er uns neues bringen, was werden wir gemeinsam erleben? Welche Überraschungen hält er für uns bereit? 

 
24. und 25.Sept07:

Gestern haben wir das herrliche Wetter genutzt und waren den ganzen Tag draussen. Ich war nicht mal am PC, und das hat wirklich was zu bedeuten.
Nun gerade schläft unser Männlein und träumt von seinen vielen neuen Freuden, Erlebnissen und Eindrücken. Gerade ist er zum 1. Mal alleine unsere steile Treppe hochgegangen. Er will halt auch bei seinen Mädels oben sein und net allein im Wohnzimmer. "Rudelschlafen" ist eben doch am Schönsten.
Es wird wieder mal ein bissle ein längerer Roman, aber Marquess macht solche riesigen Fortschritte, dass mir vor Glück mein Herz fast raushüpft!

Also dann, los geht´s:
Sonntag waren wir wieder mit allen spazieren. Naja, erst mal war Marquess ein bissle "unlustig" und ist nur langsam in die Gänge gekommen. Ich weiß nicht, ob es daran gelegen hat, dass Janina, unsere "Große", dabei war oder ob er einfach net so gut drauf war. Das hat sich aber dann auch mit der Zeit gegeben und er hat das Laufen genießen können, geschnuffelt und geguckt.
Er ist übrigens ein echter "Autofahr-Traum". Rein in die Kiste, hinlegen und ausruhen - super! Als hätte er sein Leben lang nichts anderes gemacht als das anders als unsere Emmy die den Weltrekord im "Extrem-lang-sitzen" aufstellen möchte. Wenn ich denke, als wir Marquess abgeholt haben, saß sie 200km nur auf ihrem Popo. Die letzten 26km hat sie sich erst hingelegt. Da ist er ganz anders. Total entspannt!
 

 
erstmal ausruhen...


Und ich kann nur schwärmen: Männlein ist ein ganz süßer, kleiner Herzensbrecher (seufz - meins hat er schon, aber das war mir von Anfang an klar).
Jedenfalls, als wir dann wieder zu Hause waren bellt´s auf einmal im Garten wie wild. Ein tiefes, lautes Bellen - ganz anders als meine Mädels es tun, irgendwie freudig erregt! Ich also rausgerannt um zu gucken was los ist. Rennt da nicht unser Marquess, vor Lebensfreude und Übermut bellend hinter unserer Jule im Kreis durch den Garten?! Wißt ihr, wie süß das aussah? Er schmeißt seine Hinterbeinchen zwischen seine Vorderfüßle. Das sieht wirklich aus, als wär er ein zu groß geratenes Hasi! Es ist so schön, ihm dabei zuzusehen, wie er Schritt für Schritt sein Leben zurückerobert und welche Freude, welches Glück er dabei empfindet!

Gestern waren wir auch 2 1/2 Stunden auf der Alb spazieren. Der erste Spaziergang mit meinem neuen Pflegi, den ich allein unternommen habe....
Und ich bin richtig stolz! Es hat ganz toll geklappt. Marquess hat seine ersten Kühe gesehen. Hochlandrinder! Schon von weitem: stehen bleiben, Ohren aufstellen, Stirn sorgenvoll in Falten legen und anstarren. Mich anschauen, ob Vorsicht geboten ist, weitergehen, stehenbleiben.... Als wir dann am Gatter angekommen sind: ein kurzer Blick auf die unheimlichen Wesen und ignorieren. Wenn ich sie nicht sehe, dann können sie mich auch net sehen, ätsch!
Also der "obercoole Held" und Draufgänger ist unser Männlein nicht gerade. Aber das ist schon ok so.
Am Ende vom Spaziergang hat unser Marquess dann aber auch durch lautes Gähnen ganz deutlich gezeigt, dass jetzt Zeit ist für den Schönheitsschlaf! Er gähnt herzzerreißend laut, sowas hab ich noch garnet gehört.


  
spazierengehen ist ja soooo ermüdend!


Und am Spätnachmittag gabs dann nach großer Enttäuschung von Seiten des Männleins doch wieder Flitzerunden. Die Mädels können ja solche Spaßbremsen sein! Das konnt er garnet verstehen. Er ist vor ihnen hin und hergehopst wie ein Flummi, hat sie aufgefordert, was das Zeug hält - aber nix zu machen. Die "Damen" haben ihn nur mißbilligend angeschaut und stehenlassen. Da kam der Tennisball ins Spiel. Und Marquess schnappt ihn sich, schmeißt ihn in die Luft, hoppelt hinterdrein, schnappt ihn wieder und flitzt los! Ganz allein für sich, vor Übermut und Glück sprühend....
Boah - ich bin total überwältigt und zu Tränen gerührt in solchen Augenblicken - ihr könnt das sicher verstehen.
Dass der Hund mit den traurigen, hoffnungslosen Augen, der mich noch vor ein paar Tagen auf diesen Fotos im Internet angeschaut hat, der selbe Hund ist, der so voller überschäumender Lebensfreude durch meinen Garten flitzt - das ist fast so unglaublich, dass ich manchmal denke, ich träume....
Auch seine Vorsicht und Zurückhaltung uns gegenüber wird mit jeder Stunde kleiner. Er stubst einen schonmal vorwitzig von hinten in den Po wenn er Aufmerksamkeit möchte - aber ganz sachte.

 
 
...das Leben ist so schön!

Zwar gibt es immernoch diese Momente und Bewegungen, die ihn erschrecken und zusammenzucken lassen, aber die werden immer seltener. Beim Laufen dreht er sich immer wieder nach mir um, kommt zurück, läßt sich streicheln und tigert wieder los....

Am Anfang, als er ganz frisch da war, überkam mich kurz der Zweifel, was wohl wäre, wenn er gar keine Bindung zu den Menschen aufbauen wollte? Wenn er sein Leben lang ohne menschliche Bindung verbracht hat und es auch garnicht möchte.... Wenn er lieber unabhängig bleiben wollte und unsere Nähe garnicht wünscht....
Aber diese Zweifel haben sich ganz schnell von allein wieder verflüchtigt weil ich wieder einmal mehr gemerkt habe, dass sie völlig unbegründet sind! Selbst ein Podenco der lange Zeit auf der Straße und ohne feste Bindung zu einem Menschen gelebt hat, hat das tiefe Bedürfnis, "seinen" Menschen zu finden und ihm sein "Podi-Herz" zu schenken! Und wenn ein Podenco dir erst einmal sein Herz geschenkt hat, dann ist es für immer!

Podis sind bezaubernde Hunde, die sich ihrem Menschen ganz und gar anschließen möchten, seine Nähe und Geborgenheit, Aufmerksamkeit und Liebe suchen und brauchen um diesem Menschen dann ihrerseits bis ans Ende ihrer Tage mit Haut und Haar und aus tiefstem Herzen ein treuer, liebevoller und sanfter Partner zu sein! 



26.Sept.07:

Heute waren ich mit den Hunden an der Limburg (das ist ein Berg) spazieren: Jule, Emmy und Marquess waren dabei. Es war nicht ganz so schön, ein wenig trüb und es hat auch angefangen leicht zu regnen. Trotzdem waren wir 2 1/2 Stunden zusammen unterwegs. Es war herrlich! Wir sind durch die Obstbaumwiesen geschlendert und Marquess lief aufgeweckt vor uns her. Immer wieder kommt er zurück, dann soll ich ihn über den Kopf streicheln und ihn kraulen. Zufrieden macht er sich danach wieder auf den Weg um Neues zu erschnüffeln, zu entdecken und aufmerksam zu beobachten. Alles wird genau unter seine wachsamen Augen genommen. Der Obstbauer, der seinen Baum aberntet genauso wie der Traktorfahrer, der uns auf dem Weg entgegenkommt. Vor dem Traktor hat er noch einen Heidenrespekt und hüpft sicherheitshalber weit hinter mich in die Wiese, wenn er kommt. Wir sind dann auch ein kleines Stück durch einen ziemlich "unaufgeräumten" Wald gelaufen. Die Bäume liegen dort kreuz und quer und teilweise hängen sie auch in den Kronen der anderen Bäume fest. Ganz anders als Emmy verhält sich Marquess im Wald.

 
was machen die denn da?

Im Gegensatz zu Emmy, die immer in irgendeinem Graben zu finden ist oder in einem Asthaufen nach irgendwelchen Mäuslein sucht, steigt er doch glatt auf diese schiefstehenden oder umgeknickten Bäume um besser (und vor allem mehr und weiter!) sehen zu können. Eine Witterung aufnehmend, die Nase heftig schnuppernd in den Wind gerichtet, die Augen dabei leicht geschlossen - der Welt entrückt - so steht er auf dem umgestürzten Baum. Wow! Er ist schon ein "richtiger" Podi - durch und durch. Ich hab ehrlich gesagt nur noch drauf gewartet, dass er den schiefen Baum hochkrakselt. Aber wer weiß, kommt vielleicht noch.
 
Zu guter Letzt hat er sich dann aber doch noch, tolpatschig wie er bei allem sein kann, mit der Flex um die Wurzeln des Baumes gewickelt und ich durfte den "dicken" Stamm zärtlich umarmen, um Marquess wieder zu befreien.



Ja, ja! Ich komm ja schon!

Wir hatten dann noch eine schöne Begegnung mit einem wirklich netten Ehepaar. Anfangs sah es nicht so aus, als ob diese Begegnung erfreulich verlaufen würde, denn deren Hündin rannte ohne Leine (wie auch sonst) bellend auf uns zu. Jule, ihres Zeichens Leinenzicke, schoß sofort auf sie zu und wollte die Hündin schnappen. Ich konnt mich kaum noch bewegen, weil ich im Leinensalat gefangen war, da Marquess zur Sicherheit mal hinter mich gehüpft war und Emmy sich "hintenrum" wie immer - nach vorn zum fremden Hund gedrängelt hatte. Ein "Das ist kein Schäferhund!" half mir in diesem Moment auch nicht wirklich weiter. Ich war stinksauer und überlegte mir schon ein paar erboste Worte, zügelte dann aber meine Wut und versuchte es auf die freundliche Art. Ich erklärte dem Mann, dass es IMMER  eine blöde Situation ist, wenn der eine Hund frei und die anderen an der Leine sind.... Er meinte nur, dass seine Hündin das schon merken würde - naja, auch ´ne Einstellung. 
Die beiden fragten mich, was denn das für Hunde seien und wunderten sich über Marquess ausgefranste Ohrspitzen. Ich erklärte ihnen, wie es dazu kommt, was wiederum tiefe Empörung darüber auslöste und die Frage aufwarf, warum man den Tieren derarige, unnötige Schmerzen zufügen müsse? Wir unterhielten uns noch lange über das Leiden der Hunde und die Arbeit der Tierschützer in Spanien. Es war ein sehr angenehmes, befriedigendes Gespräch. Es freut mich immer sehr, wenn ich hier in meiner Umgebung auf Menschen treffe, die genauso denken wie ich. Die die Vorgehensweisen dort in Spanien verurteilen, Lösungen für diese Probleme fordern und Menschen wie mich nicht aburteilen, weil ich Hunden aus Spanien helfe und nicht ins heimische Tierheim gehe... 
...und Marquess, der den Mann anfangs aus Unsicherheit laut und anhaltend verbellt hat, nahm nach einer Weile sogar die Leckerlies aus dessen Hand und beschnupperte neugierig die Hände der Frau. Ich bin mächtig stolz auf ihn, dass er so viel Mut aufgebracht hat! 


Auja, ich will auch ´ne Wurst!

27.Sept.07:

Hallihallo aus dem verregneten Aichelberg,

heut ist ja ein grusliger Tag und meine spanische, Wasser-von-oben-verabscheuende Meute möchte net wirklich vor die Tür. Alle liegen seelig schlafend um mich herum und ahnen noch nicht, was das Fraule, dieser Bösling, mit ihnen noch vor hat: "Gassiduschen" ist heut noch angesagt für die 2. Mannschaft. Die 1.Duschcrew ist schon wieder getrocknet.

Langsam kehrt unser "Alltags-Trott" wieder ein und unser Pflegemännlein Marquess gehört schon ganz zu unserem Lebensrythmus dazu.
Was mich ganz arg positiv überrascht hat, ist seine Stubenreinheit! Er hat mir am allerersten Morgen einmal ein Häuflein reingemacht und die ersten 3 Tage auch mal markiert (ich hab ihn nie dabei erwischt). Aber seither nichts mehr! Es fasziniert mich immer wieder, dass ein Hund, der sein Leben lang noch kein Haus betreten hat, so schnell versteht, wo man seine Geschäftchen zu verrichten hat und wo nicht! 



Solche Tage sollte man verschlafen!


Gestern morgen hatte ich wieder ein kleines "Aha-Erlebnis" mit Marquess. Ich hab Marco den Hosengürtel richtig rum hingedreht (er ist ein kleiner, liebenswerter Chaot) und mich dazu ein bissle runtergebückt. Auf einmal: "Zwack"! Aua! Und wie ich mich umdrehe, steht da nicht ein grinsendes, freudig wedelndes Männlein hinter mir und hat mich vorwitzig in den Po gezwickt! 
Unglaublich diese Verwandlung! Ich stehe jedes Mal mit offenem Mund da und kann es kaum fassen.
Jaja, unser Marquess hat doch jeden Tag eine kleine Überraschung für uns parat. Er wird immer vorwitziger und ich bin gespannt, was da noch so alles in ihm schlummert und langsam erwacht.

Auch beim spazieren gehen wird er sicherer. Er läuft die lange Leine ganz aus, dreht sich aber zwischendurch immer wieder nach mir um oder kommt sogar zurück. Von einigen Podihaltern hab ich schon gehört, dass das nicht unbedingt selbstverständlich ist und darum freut mich das ganz arg! 
Gestern abend waren wir nochmal draussen im Garten zum Pipi machen. Da packt ihn plötzlich der Schalk, er schnappt sich ein Spielzeug, schmeißt es rum und dann geht es quer durch den Garten im "Hase-hoppel-Galopp".

Jule (unsere Galga) saß - damit beschäftigt schön auszusehen - im Gras, hat übermütig und graziös ihren Kopf in den Nacken geschmissen und geklappert wie ein Storch. Und unser gutgelauntes Männlein Marquess hat wohl geglaubt, sie wäre in Spiellaune.
Unser "Divalein" hat ihm daraufhin unmissverständlich - und wohl auch schmerzvoll - zu verstehen gegeben, dass sie nicht wünscht, von ihm gestört zu werden. Ihre Attacke traf ihn aus heiterem Himmel. Marquess ist ein Hund der auf alle unbedarft und fröhlich wedelnd zu geht und dann ganz entsetzt ist, wenn er von seinem Gegenüber eins auf die Mütze kriegt! So war´s in dem Fall eben auch. Er ist, sich lauthals beschwerend, weggelaufen und hat sich mit der Pfote das Näsle gerieben.
Ein kleines Hosenscheißerle! Völlig agressionsfrei und auch nicht darauf gefasst, dass ihnen irgend ein anderer Hund etwas tun könnte!   
Ich frag mich oft, wie diese hochsensiblen Tiere das harte, erbarmungslose Leben in Spanien meistern und vor allen Dingen überleben? 
Zu seiner Ehrenrettung muß ich dazu sagen, die Nase hat an der Seite ein kleines bissle geblutet und ich durft´s erst garnet abtupfen. "Mann" ist ja garnet wehleidig. Aber er hat dann doch recht schnell gemerkt, dass das Pflegefraule es ja NUR gut mit ihm meint.

 
 
Ich bin ein stolzer Podi-Mann!


Ac
h ja, eins noch! Wie man an den verlockend-fein stinkenden Rinderpansen hinter der Kellertür rankommt hat Marquess gestern auch entdeckt! Seitdem steht unsere Türklinke zum Keller senkrecht nach oben. 
Unserem kleinen spanischen "Überlebenskünstler" bleibt halt nichts verborgen. Mal schauen, was er als nächstes knackt: die Schranktür zum Mülleimer, die zum Brotfach oder die Kühlschranktür vielleicht? 
Wir werden´s erfahren....


29.Sept.07:

Hallihallo, und wieder sind wir da!
Heute waren wir in Ulm, genauer gesagt in Ludwigsfeld (wer die genaue Anschrift haben möchte, kann mich gern anmailen) auf dem Windhundauslauf!
Für Marquess war es sehr aufregend, war es doch sein erstes Zuammentreffen mit so vielen fremden Hunden. Wie aber auch nicht anders zu erwarten war, hat er die neue Situation ganz souverän gemeistert. Wir haben alle sofort von der Leine gelassen, als wir auf der Wiese waren und Jule und Noelle sind sofort losgeflitzt und haben ihre Runden gedreht. Marquess, Rudeltierchen wie er ist, erstmal hinterher. Dann, mitten auf der Wiese (er hatte den Anschluss zu den beiden rasant-schnellen Mädels verloren) blieb er stehen. Seine Ohren waren hoch aufgerichtet, seine Rute nach oben geringelt - aber der suchende Blick, diese Unsicherheit, die ihn im Moment des "sich verlassen fühlens" plötzlich überkam, war zu drollig anzusehen. Fast tat er mir schon ein bissle leid deswegen. Für ihn gabs nur noch eins: schnell zu uns zurück getrabt in die Sicherheit der Familie. 



Komm, lass uns spielen!


Ab da blieb er erstmal in der Nähe unserer Mädchen oder hat bei uns Schutz gesucht. Die unbekannte Umgebung, die vielen Hunde - die teilweise auch neugierig auf ihn zustürmten - das war ihm dann doch ein wenig unheimlich. Nach etwa einer halben Stunde entspannte er sich aber völlig und ging eigenständig auf Erkundungstour quer über die Wiese. Marquess begrüßte die anderen Hunde mit einer Unbefangenheit, die ich so zuvor nicht kannte. Sein Sozialverhalten ihnen gegenüber ist unbeschreiblich und einfach traumhaft! Niemals würde er von sich aus einen Streit anfangen oder einen anderen Hund provozieren. Im Gegenteil: ein paar der Hunde versuchten wirklich ihn aus der Reserve zu locken, aber unser Männlein ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und zeigte durch sein beschwichtigendes Verhalten eindeutig, was er von diesen Rüpeln hielt: garnix!!! 

 
Wer kann diesem Schmelzblick widerstehen?


Mit solchen Pöbeleien will Marquess absolut nichts zu tun haben. Einmal ging ihm eine kleine französiches Bulldogge dann aber doch zu sehr auf den Nerv. Immerzu war der kleine, aufdringliche Kerl hinter Marquess her, hing mit einer Penedranz an seinem Po, dass jeder andere Hund schon längst gesagt hätte:"Jetzt reicht´s!" Nicht so Marquess. Ich kann nicht sagen, wie lange er dieses Theater über sich ergehen lassen hat, bevor er sich umgedreht und kurz die Zähne gezeigt hat. Das war aber eindeutig genug und der kleine aufsässige Verfolger hatte verstanden.
Es war ein toller, entspannender Tag auf der Ulmer Wiese... wir haben ihn alle in vollen Zügen genossen. Die Hunde konnten flitzen was das Zeug hält, neue Kontakte knöpfen, spielen und toben und Marquess hat sogar gezeigt, was noch tief in ihm schlummert. Zwar ist er noch lange nicht so schnell wie meine beiden Galgo-Mädchen, aber er kann wirklich rennen! Nicht so wie meine kleine Wackel-Tante Emmy, die durch die Landschaft wippt wie ein Schaukelpferdle....
Ich denke, wenn seine Muskulatur mal ein wenig mehr aufgebaut ist, dann können wir alle erleben, wie wundervoll und grazil Marquess über den Rasen schweben kann. Insgeheim freu ich mich heut schon riesig auf diesen Tag! Es ist so aufregend, diesen wundervollen Burschen jeden Tag ein kleines bisschen näher kennen zu lernen! 
Ich hoffe, dass er eines Tages nicht mehr an seine Vergangenheit in Spanien denken wird. Dass er dieses erbarmungsvolle Leben voller Entbehrungen wirklich ganz hinter sich lassen kann.



Das ist meins, ich hab´s zuerst gesehen!


01.Okt. 07 

Heute war ein zauberhafter, warmer und sonniger Herbsttag und ich habe beschlossen, mit Marquess, Jule und Emmy den Aichelberg hoch zu laufen. Mit diesen dreien auf einmal zu gehen fällt mir leicht und macht Spaß, denn sie laufen alle drei zugfrei an der Leine. So kann auch ich den Spaziergang mit ihnen genießen! 
Wir haben uns also auf den Weg gemacht und sind das alte Wegle neben der alten Autobahn hochgelaufen. Marquess hat mal hier, mal dort geschnuppert und er fängt an, voraus zu gehen um seinen Weg zu erkunden. 



Marquess mit seinen Mädels im Garten


Einzig bei unbekannten Geräuschen und Situationen merkt man ihm noch seine Unsicherheit an. So, z.B. als wir unter der Autobahnbrücke durchgehen mußten und die darüber fahrenden Autos merkwürdige, klackende Geräusche machten. Sofort war er dicht neben Jule und anschließend neben mir um dort Schutz zu suchen. Spricht man ihn aber ruhig an und überträgt die eigene Ruhe auf ihn, entspannt er sich recht schnell wieder. Als wir durch den wunderschönen herbstlichen Wald gelaufen sind, waren auch Waldarbeiter am sägen und sofort war Marquess wieder dicht an Jule gedrückt. Es ist schon süß, wie er Schutz bei ihr sucht . Auf dem Rückweg (ich hab meine ja immer an der Leine) kommt auf einmal von links aus dem Wald etwas weisses, kleineres und wuschliges gelaufen, wieselt hin und her und rennt auf einmal auf den Weg und in unsere Richtung."Ne Ziege!?" war mein erster Gedanke - und "wo kommt die denn her"? aber bei näherem Hinsehen war´s dann doch ein kleinerer Hund. ...und noch ein zweiter, dann ein Jeep und noch ein dritter! Mist! Und alle ohne Leine! Ich hab mich schon auf alles Mögliche gefasst gemacht und bin sicherheitshalber mal stehen geblieben! Ist immer schwierig, wenn die eigenen Hunde an der Leine sind.


 
ich bin ein bildhübscher Podenco! Gell, kaum zu glauben, wenn man an die Bilder aus Spanien denkt! 


Ich ließ dann meine Leinen recht locker damit meine auch ausweichen und schnuppern konnten. Bei Marquess hab ich ja keine Angst, wenn sowas ist, Emmy ist auch ok, aber ich kenn meine Diva-Zicke Jule und die ist normal ne Furie, wenn andere Hunde auf sie zuschießen wenn sie angeleint ist! Zum Glück ging alles gut! Nicht mal Jule hat gezickt.Marquess fand die Begegnung sehr erfreulich und hat freundlich und erregt gefiept. Puh - war ich froh, als alle wieder weiterzogen und ich mich nicht hoffnungslos in die Leinen verstrickt hatte.
Trotzdem war das Verhalten des Fahrers unverantwortlich! Er hätte nicht eingreifen können, wenn es zu einer Beißerei gekommen wäre. Ich verurteile diesen Leichtsinn zutiefst!
Wir sind dann noch einem Radler begegnet der vorsichtig und mit Abstand von Marquess beäugt wurde. Er entdeckt seine Welt und nimmt alles Neue mit in sein Leben auf. Er lernt jeden Tag dazu, merkt, dass man sich nicht vor allem Fremden fürchten muss und gewinnt an Sicherheit, die auch wir ihm geben...


 
Der Welt entrückt...


Es war ein schöner, entspannender Spaziergang, der uns allen ganz viel Freude gemacht hat und von dem wir alle auch einige neue Eindrücke und Erfahrungen mit nach Hause nehmen konnten.

18.Okt.07

Nachdem ja nun seit meinem letzten Eintrag eine kleine Weile vergangen ist, gibt es heute wieder mal ein paar Zeilen von uns. Vielleicht wird der eine oder andere nun schmunzeln und denken " Zeit wär´s ja", aber da es in den letzten Tagen nicht viel wirklich "Neues" zu erzählen gab, hab ich mir erlaubt, eine kleine, schöpferische Pause einzulegen ...
Marquess hat sich nun voll im Rudelchen integriert. Sogar unsere Jule, die ja anfangs nicht immer mit ihm spielen wollte, mag ihn inzwischen wahnsinnig gern und tobt und flitzt mit ihm und Noelle zusammen durch den Garten. Inzwischen sind sie alle zu einem harmonischen Grüppchen zusammen gerückt.
Ich habe sogar den Eindruck, dass Marquess unserer Jule gut tut. Sie "zwickt" (was die Galgos gerne machen) Noelle nicht mehr in den Po beim jagen und fängt an richtig lieb und übermütig aufzufordern und zu spielen ohne dabei jemand unbewußt zu verletzen! 


 
...bitte nicht aufhören, das ist so schön!

Und Marquess entdeckt noch immer mit wachem Erstaunen seine Welt. Wenn wir gemeinsam im Wald spazieren gehen werden Eichhörnchen, Fuchs und Rehe neugierig und aufmerksam beobachtet und schon auch mal "angezeigt". Zwar klingt sein Jagdgebell noch etwas zaghaft, aber durch meine Mädels wird er auch darin langsam selbstbewußter. 
Ich find es nicht schlimm, wenn die Hunde anzeigen, dass sie auf Wild gestoßen sind. Wir sind ja immer auf den Wegen im Wald unterwegs und weil die Hunde immer angeleint sind, besteht in diesen Momenten weder Gefahr für den Hund noch für das Wild. Warum also sollten sie mir nicht voller Freude sagen und anzeigen, was für eine bedeutungsvolle Entdeckung sie gerade gemacht haben? Ausserdem liegt dieses Jagdverhalten in ihrer Natur!

Denn wir wissen alle: "Windhunde sind Jagdhunde".

Manchmal verpasst aber unser Marquess vor lauter hierhinschaun und da schnuffeln auch den "wichtigen" Zeitpunkt der Wildsichtung. Und während unsere Noelle in euphorisches Jagdgeschrei ausbricht und an der Leine hüpft wie ein Flummi, steht er mit hochaufgestellten Ohren da, blickt sich verwirrt um und sucht nach dem Auslöser der plötzlich einsetzenden Aufregung. Er ist schon ein niedliches Knöpfle, unser Marquess!
Wenn er dann aber mal ein Eichhörnle selbst entdeckt, oder auch einen verlockenden Geruch in die Nase bekommen hat, dann ist er ganz "Podenco"! 


 
Wuff! ich hab da grad was Großartiges entdeckt!


Er stürmt an der langen Leine dem Duft hinterher und ist dabei hochkonzentriert! Da kann es auch mal passieren, dass er einen kurzen Abstecher in den Wald macht, die Nase am Boden und immer der Spur, die er entdeckt hat, hinterher. Bis dann eben das Ende der Leine ihm signalisiert: "Ende deiner Jagdträume"! Dabei muss ich aber sagen, dass er - auch bei Wildsichtung oder Witterung einer Fährte - immer leinenführig bleibt. Er rennt nicht wie ein Wilder mit ganzer Kraft ins Leinenende, sondern stoppt, wenn er den Widerstand spürt und kommt zurück. Das ist bei vielen Podis nicht ganz selbstverständlich. Darum habe ich es angesprochen.

19.Okt.07

Es ist kalt geworden. Meine Hunde mögen die Kälte nicht, und ehrlich gesagt, ich vermisse den Sommer auch. Wir haben die letzten paar warmen Tage draussen verbracht und die Sonne genossen - jeder auf seine Weise. Ich habe, während ich die letzten wärmenden Strahlen der Sonne gespürt habe, wehmütig daran gedacht, dass wir ab jetzt die "schönen" Tage zählen können...


Ein letztes Sonnenbad

Auch unser Sonnenmännlein  Marquess ist von den niedrigen Temperaturen nicht sehr angetan. Er steht jetzt auch mal zitternd im Garten, wenn er sich nicht genug bewegt und möchte am liebsten sofort wieder rein und sich in sein Kudde kuscheln. Er liebt das Kudde! Zwar liegt er auch ab und zu auf dem Sofa - aber in seinem Kuddebettchen da kuschelt er am allerliebsten.
Selbst im Garten mit den Mädels toben und flitzen findet er bei diesen niedrigen Temperaturen nicht sehr prickelnd. Er setzt oder stellt sich auf die Terrasse und während er still vor sich hin bibbert sagt sein Blick: "Darf ich jetzt bitte wieder rein?! Kommst du endlich?"

Gestern waren wir zum ersten mal bei Kälte spazieren. Ich hab mächtig gefroren trotz dicker Jacke und Kapuze, aber unser Marquess lief mit Ringelrute gut gelaunt vor mir her. Er hat so eine Freude beim laufen. Ihn scheint es in diesen Momenten nicht mal zu stören, dass es nicht mehr so warm ist. Immer wieder schaut er sich nach mir um und kommt von sich aus, über das ganze Gesicht strahlend, zurück gelaufen. Ich streichel ihm über seinen Kopf und anschließend tigert er wieder mit hochaufgesteller Rute von neuem los. Da wird hier mal kurz die Nase reingesteckt - mal schaun ob das Mäuslein noch zu Hause ist - und da mal eben geschnuppert wer vor ihm schon da war und natürlich wird auch die eigene Duftmarke hinterlassen. Schließlich war er jetzt ja auch da! Einfach immer gut drauf ist unser Männlein - ein richtiger Schatz. 
Gestern hat er auch mal ganz zaghaft angefangen an einem Mauselöchlein zu scharren, ist dann aber gleich wieder übermütig weitergehüpft und vor mir hergetänzelt. 

Marquess läuft nicht! Er trabt leicht federnd mit seinen eleganten, schlanken Beinen vor mir her - fast, als würde er über den Boden schweben. Er ist so würdevoll und stolz - ein wundervoller Podenco!


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